Erektile Dysfunktion - die unterschiedlichen Therapien

Erektile Dysfunktion - die unterschiedlichen Therapien

viagraMehr als jeder dritte Mann leidet an Erektionsstörungen. Die Mediziner haben verschiedene Methoden entwickelt um ihnen dabei zu helfen, diese zu beseitigen. Die Therapien werden entsprechend des Krankheitsbildes jedes einzelnen ausgesucht. Allen Therapien voran werden die PDE-5-Blocker eingesetzt. Doch gibt es auch Alternativen?

Es gibt vielerlei Ursachen für Erektionsstörungen. Vor allem bei jüngeren Männern ist sie nicht selten ein Anzeichen für psychische Probleme. Bei einer Erkrankung im Alter ist es wahrscheinlicher, dass eine Vorerkrankung, die Einnahme von Medikamenten oder aber eine Änderung im Hormonhaushalt die Ursache ist. In einem Gespräch mit einem Arzt - vorzugsweise eines Urologen - sollte auf keinem Fall ausgewichen werden. So kann eine erektile Dysfunktion auch auf mögliche Erkrankungen wie etwa Diabetes oder Arteriosklerose aufmerksam machen. Nicht selten ist letztere der Grund für eine Erektionsstörung und sollte schnellstmöglich behandelt werden. Die Verkalkung der Arterien kann sich ausbreiten. So könnten im schlimmsten Fall Herz und Gehirn betroffen sein und daraus ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall resultieren.

Obwohl man bis vor einigen Jahrzehnten davon ausging, dass man die Erkrankung nur mittels einer Psychotherapie behandeln könne, hat sich diese Meinung grundlegend geändert. Man erkannte, dass Erektionsstörungen durchaus physische Gründe haben können und diese auch behandelbar sind. Am häufigsten werden, wenn die Ursachen und Umstände es zulassen, PDE-5-Blocker verwendet. Das erste Medikament dieser Art wurde 1985 im Rahmen einer Studie zu einem Herzmedikament entdeckt. Die synthetische Substanz, Sildenafil, blockiert das Enzym Phosphodiesterase (PDE-5), welches bei dem Abbau von cyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) behilflich ist. Das cGMP wird ausgeschüttet, wenn der Mann einen sexuellen Impuls erfährt. Die Ausschüttung bewirkt, dass sich die Muskeln um den Schwellkörper herum entspannen und dieser sich mit Blut füllen und der Penis in den erigierten Zustand übergeht.

In den letzten Jahrzehnten hat sich in dem Bereich der Forschung einiges verändert. Heute wird meist ein Medikament mit den Wirkstoffen Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil eingesetzt. Diese Stoffe wurden jedoch erst in den letzten beiden Jahrzehnten entwickelt. In der der Zeit der Forschung half man Patienten meist mit einer Psychotherapie, da man bis in die 80er Jahre hinein davon ausgegangen ist, dass die Ursache der Krankheit psychisch bedingt ist und die Erektionsstörung nur die körperliche Reaktion ist. . Mit den Jahren erkannte man, dass nur in den seltensten Fällen die Psyche die Ursache für das Problem ist. Ein Resultat dessen ist, dass immer weniger psychogene Erektionsstörungen diagnostiziert werden. Nur in diesen wenigen Fällen wird ein Psychologe zurate gezogen. Erst vor 30 Jahren begann man aufgrund medizinischer Erkenntnisse die Erkrankung zu erforschen. Mittels einer Injektion direkt in den Penis mit dem Mittel Phentalomin erhielten die Betroffenen umgehend eine Erektion. Diese allerdings beruhte ausschließlich auf der Wirkung des Medikaments, war rein körperlich und hatte nichts mit einer sexuellen Lust zu tun. Diese Therapie findet noch heute Anwendung. Aufgrund der Tatsache, dass eine Erektionsstörung auch aufgrund nicht funktionierender Nervenbahnen können, bietet anders als die drei Wirkstoffe die Möglichkeit trotz dessen eine Erektion zu erhalten. Die Dosierung wird gemeinsam mit dem behandelnden Urologen Schritt für Schritt angepasst, bis die zufriedenstellende Erektion erreicht ist. Der Arzt kann dem Betroffenen außerdem zeigen, wie man die Injektion am besten setzt, sodass keine Knötchen oder andere Probleme entstehen können. Das Medikament sollte maximal dreimal in der Woche verwendet werden.

Für diejenigen, die jedoch Hemmungen haben sich eine Spritze in den Penis zu setzen wurde MUSE (Medicated Urethral System for Erection) entwickelt. Meda Pharma entwickelte die kleine Pille, die mittels eines Applikators in die Harnröhre geschoben wird. Innerhalb weniger Minuten erfolgt die Erektion. Diese beiden Behandlungsmethoden treten mehr und mehr in den Hintergrund, bleiben aber für alle interessant, die aufgrund einer Störung der Nerven an erektiler Dysfunktion leiden. Die bisher genannten Medikamente sind allesamt verschreibungspflichtig.

Möchte man auf den Einsatz von Medikamenten verzichten, kann man auch auf eine Vakuumpumpe zurückgreifen. Durch die Aktivierung der Pumpe wird ein Unterdruck erzeugt. Dieser ermöglicht dem Blut in den Schwellkörper zu fließen. Der Penis erigiert. Ist die Erektion ausreichend groß, kann mittels eines Penisringes ein Rückfließen verhindert und der Geschlechtsakt vollzogen werden. Penisringe sind in verschiedenen Größen erhältlich. Um einen Blutstau zu verhindern sollte darauf geachtet werden, dass die Ringe nicht länger als eine halbe Stunde getragen werden.

Allein die wenigen nicht-operativen Möglichkeiten machen deutlich, dass die erektile Dysfunktion zwar eine Krankheit ist, die sehr privat ist und über die Mann nicht gern spricht. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Betroffenen und Behandlungsmöglichkeiten, sodass der Hilfe findet der Hilfe sucht.